Jura studieren in Deutschland: Erstes Semester, zweite Woche

Als ich den Entschluss gefasst habe, Jura zu studieren – und zwar hier in Deutschland -, war meine Familie hoch erfreut darüber. Vor allem von Seiten meiner Großeltern, die das Wort “법학” mit Prestige und viel Geld verbinden, habe ich Glückwünsche zum Bekommen eines Studienplatzes gehört. Sie waren stolz auf mich, nehme ich an, und sagten mir, ich solle fleißig lernen, wie es einer Studentin gehört. Meine Mutter, eine Halbjuristin, war auch zufrieden mit meiner Wahl, da sie ein Potenzial in mir sieht (wohl begründet? Who knows?). Die Reaktion meines Vaters war so ähnlich wie die von meiner Mom. Die von meiner Schwester? “Your funeral.” Ehrlich gesagt sehr passend, ihre Anmerkung.

Nun sind die ersten zwei Wochen meines offiziellen “Jura-Lebens” vorbei, und alle fragen mich “Und wie ist es so??”

Rechtsbücher
Gesetze, v.l.n.r. StGB, Basistexte Öffentliches Recht, BGB
Lehrbücher – ein paar alte Auflagen von meiner Mutter und dann noch Ipsen, Leipold und Schwab / Löhning von mir

Ich gebe euch eine Antwort, die ihr nicht mögen werdet: “Anstrengend.”

Jaja, alle Studiengänge sind anstrengend, vor allem die Jurastudenten leiden unter Elitarismus, yadda yadda yadda. Aber ich sage nicht all dies, damit Leute mich besorgt angucken und fragen “Was ist denn? Ist es so schlimm? Macht´s dir zumindest Spaß?” oder schlimmer noch mir sagen, dass ich (sozusagen) die Klappe halten soll, schließlich sind deren Studiengänge sooooo viel schwieriger, weil sie dieses und jenes machen müssen.

Ich hab noch das Gefühl, dass mein Gehirn noch gar nicht so richtig registriert hat, was wirklich los ist. Ich sitze in den Vorlesungen, ich lese in den Lehrbüchern, ich gehe zur Bibliothek, um mir passende Bücher auszusuchen, aber es fühlt sich so, als lasse ich alles über mich gleiten. Ich hab noch nichts wirklich absorbiert – zu viele neuen Informationen auf einmal, wahrscheinlich.

Meine Mutter sagt mir immer, “Bei Büchern solltest du nicht auf das Geld achten” und ich kann ihr nur zustimmen – ansonsten hätte ich ja auch nicht die Sammlung, die ich jetzt habe (und über die ich total glücklich bin. Nein, ich rede nicht von juristischen Büchern.)  Ich  markiere in Büchern, kritzele Notizen am Rand und so mache sie nach und nach mir eigen.

Mein Ziel für die nächsten zwei Semester ist bescheiden: zu den Vorlesungen und AGen zu gehen, von dort was mitzunehmen, und zu Hause den Stoff nachzuarbeiten. Ich will weder over- noch underachiever sein. Erstmal werde ich mich testen, ob ich mich da mithalten kann – ob ich die Disziplin und Lust dazu habe.

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